LiSoG>>News: "Innovationstreiber: Wissen demokratisieren"
Open Source im Business: Lösungen, Chancen, Strategien – Darüber informierten sich über 40 Teilnehmer beim LiSoG Open Source Tag am 17.11.2008, veranstaltet von der Linux Solutions Group e.V.
Open Source ist auf dem Vormarsch. Verglichen mit proprietärer Software reduzieren Unternehmen damit die Kosten für Lizenzen und Wartung, vermeiden eine technische und vertragliche Abhängigkeit, und erhöhen die Sicherheit ihrer IT. Open Source ist ein wachsender Markt – „mit großem Potenzial, quer durch alle Branchen und Anwendungen“, so Jens Gero Böhm von Novell. Für Linux auf dem Desktop hatten die Unternehmen Canonical, IBM, Novell und Red Hat auf der LinuxWorld Expo in San Francisco bereits neue Initiativen angekündigt. Insbesondere geht es darum, mit Hardware-Herstellern zu kooperieren und passende Lösungen bereit zu stellen. „Denn die Zeit ist reif für einen neuen Business-Desktop“, sagte Jens Gero Böhm.
Auch Barack Obama setzt auf Open Source
Einen Paradigmenwechsel hin zu Open Source sieht Konstantin Böhm von der Ancud IT-Beratung. „Wer Wissen teilt, weiß am Ende mehr, und das ist die Idee von Open Source“, so Konstantin Böhm. Das Konzept verglich er mit dem von Open Government, das Barack Obama den Erfolg gebracht habe. Wissen zu demokratisieren, sei heutzutage der Innovationstreiber. Auch im Anwendungsmarkt, insbesondere im internetnahen, werde Open Source immer stärker, ist sich Konstantin Böhm sicher. Er warnte aber auch vor der Gefahr, dass Unternehmen, die auf Open Source setzen, bei zunehmender Standardisierung nicht mehr hundertprozentig unabhängig beraten.
Mit Open Source Geld verdienen
Wie aber lässt sich mit Open Source Geld verdienen? Wer bezahlt am Ende die Rechnungen? Mit diesen Fragen stieg Thomas Uhl von Topalis in seinen Vortrag ein über Vertriebsansätze bei Open Source Lizenzmodellen. Open Source sei weder kostenlos noch umsonst. Es gibt verschiedene Lizenzvarianten, bei denen die Unternehmen an der Nutzung sowie am Service und Support verdienen. Unternehmen, die eine Open Source Strategie verfolgen, haben darüber hinaus einige Vorteile. Sie profitieren davon, dass sie durch die Linux Distributionen weltweit vertreten sind, auf die Open Source Community zugreifen können, für neue Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitsgeber sind und bei Ausschreibungen ein Alleinstellungsmerkmal besitzen.
Archivsoftware in Kürze in Open Source
Das praktische Beispiel lieferte Herbert Grau von Grau Data Storage, der auf dem LiSoG Open Source Tag erstmals den Strategiewechel seines Unternehmen hin zu Open Source verkündete. Ab Februar 2009 wird die Archivsoftware von Grau Data Storage als Open Source Software zur Verfügung stehen, die von einem Terabyte bis zu mehreren Petabyte (ein Petabyte sind 1.000 Terabyte) Daten archivieren kann. „100 Mannjahre Entwicklung stecken in unserer Software. Als Thomas Uhl von Topalis mir vorschlug, den Quellcode offen zu legen, dachte ich, ich höre nicht richtig“, schmunzelte Herbert Grau. Nach Gesprächen mit den Nationalarchiven in Österreich und Australien überzeugten ihn die Vorteile von Open Source: „Mit unserer Open Source Software haben wir jetzt weltweit eine zentrale und hardwareunabhängige Plattform zur Verfügung“, so Herbert Grau. Das Unternehmen verfolgt eine Dual Licence Strategie, das heißt den Quellcode gibt es umsonst, bezahlt wird für die Wartung. Schließlich wollen auch Unternehmen, die auf Open Source setzen, verdienen.
Folien der Vorträge
Die Folien der Vorträge können die Teilnehmer der Veranstaltung und LiSoG-Mitglieder bei der LiSoG-Geschäftsstelle anfordern.