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LiSoG>>Open Source Tag: „Let's go Open Source!“ mit abwechslungsreichem Programm

Stuttgart, 16. November 2007 – Anlässlich des dritten LiSoG>>Open Source Tages gibt die Linux Solutions Group e.V. ihre Mitgliedschaft in der OpenDocument Format Alliance bekannt. Im Rahmen der Jahresversanstaltung erhielten die Teilnehmer Einblicke in Ergebnisse und aktuelle Projekte der LiSoG. Unter dem Motto "Let's go Open Source! Erfolgsstrategien in Unternehmen und Verwaltung" sprachen Referenten vom Auswärtigen Amt, der Kent State University in Ohio, USA, von Sun Microsystems und innotek über die Innovationskraft und den Wandel in der Denkkultur, den Open Source Software schafft.

Anlässlich des dritten Open Source Tages gibt die LiSoG ihre Mitgliedschaft in der OpenDocument Format Alliance bekannt. Das Auswärtige Amt lud vom 29.-30. Oktober 2007 zum ersten Internationalen Anwender-Workshop für das OpenDocument Format nach Berlin. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der ODF Alliance organisiert.

Open Source im Auswärtigen Amt: Strategisch. Effizient. Sicher.

Auf die Vorzüge von ODF ging Torsten Werner, Referent für die IT-Strategie im Auswärtigen Amt, in seinem Vortrag im Fachforum des dritten LiSoG>>Open Source Tages ein. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland ist die Bundesbehörde mit den niedrigsten Pro-Kopf-Kosten im IT-Bereich. Ausschlaggebend ist der konsequente Einsatz von Debian GNU/Linux und die Ausweitung der Open Source Nutzung bei den Mitarbeitern. Neue Funktionalitäten bekommen die Mitarbeiter nur unter Linux. Vorbehalte werden somit durch einen funktionellen Mehrwert überboten. Für einzelne Fachanwendungen wird Windows weiterhin benötigt, das den Mitarbeiten aus Sicherheitsgründen vollvirtualisiert mit VirtualBox angeboten wird.

innotek VirtualBox – Going GNU Public

Über VirtualBox sprach im Anschluss Ulrich Möller. Er begleitete die Veröffentlichung von VirtualBox unter der GPL am 15. Januar 2007 durch LiSoG-Mitglied innotek juristisch und gab den Zuhörern Einblick in die zu schaffenden Voraussetzungen. 2006 war VirtualBox leistungsfähig und stabil, wie proprietäre Mitbewerber und besser als alternative Open Source Lösungen, aber unbekannt. innotek wählte darauf hin ein duales Lizenzmodell. Drei Punkte sind für Ulrich Möller die Voraussetzung für den Erfolg:

  1. Die Community glücklich machen.
  2. Den Hebel für den Umsatz behalten.
  3. Sich rechtlich unangreifbar machen.

    VirtualBox ist die erste technisch gute Vollvirtualisierung unter GPL und macht damit die Community „glücklich“. Funktionen für den Unternehmenseinsatz stehen nicht unter GPL und erhalten innotek den Umsatzhebel. Rechtlich sauber bleibt innotek, indem es dafür sorgt, dass es das Copyright für den Code hat oder ungefährliche Drittlizenzen wie LGPL, Mozilla und BSD/X11/MIT verwendet.

    Globale Strategie: Mit Open Source Java Marktpositionen sichern.

    Vor innotek hat bereits Sun Microsystems am 13. November 2006 angekündigt, Java unter GPL zu stellen. Im Gegensatz zu VirtualBox war Java bekannt. Erwin Tenhumberg zeigt beispielhaft an der Übersetzung von OpenOffice.org in Suaheli auf, wie Open Source Software „Minderheiten“ unterstützt. Sun hat Java unter die GPL gestellt, weil es weit verbreitet ist, Open Source Software sich insgesamt ausbreitet, eine Beteiligung die Entwicklung vorantreibt und in Innovation mündet. Das Java Development Kit (JDK) ist mittlerweile in Debian, Ubuntu, Gentoo und Fedora enthalten. Im Dezember wird ein Verfassungsentwurf für das OpenJDK Projekt fertiggestellt. Die Wahl des Governance Boards ist für den April 2008 geplant.

    Why governments innovate

    Den Anfang des Fachforums machte Professor Marc Cassell von der Kent State University, Ohio, USA. In seinem Vortrag bezog er sich auf seine Studie "Why Governments Innovate: A Study of the Adoption of Open Source Solutions in Four European Cities". Die Kontakte in die Städte Wien, München, Schwäbisch Hall und Treuchtlingen wurden durch die LiSoG vermittelt. Prof. Cassell untersuchte die Frage, warum sich Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen für Neuerungen einsetzen und die Verwaltung selbst dadurch innovativ wird. Die Literatur stellt allgemein fest, dass die Einführung von neuen Technologien im Öffentlichen Bereich von Einzelpersonen, organisatorischen Strukturen oder externen Einflüssen vorangetrieben und maßgeblich beeinflußt werden. Die öffentliche Verwaltung ist jedoch, allgemein betrachtet, technologischen Neuerungen gegenüber verschlossen. In der Studie wurde die gesamte Verwaltung untersucht. Die Städte unterscheiden sich in ihrer Größe, Strategie und dem Migrationsstand. Sie sehen sich selbst als Eigentümer ihrer IT und legen besonderen Wert auf Herstellerunabhängigkeit und Selbstbestimmung. Prof. Cassell stellte fest, dass die Einführung von Open Source Software in diesen Städte die technologische Innovation begünstigte.

    Moderation & Vorträge

    Das Fachforum wurde von Markus Feilner, Redakteur beim Linux-Magazin, moderiert. Die Vorträge sorgten für angeregte Diskussionen und Fragen der Zuhörer. Nach dem Vortrag von Prof. Cassell wurde beispielsweise angemerkt, dass Städte eine Migration auf Open Source Software nutzen können, um ihre IT zu „entrümpeln“. Die Präsentationen werden den Teilnehmern und LiSoG-Mitgliedern auf Anfrage bei der LiSoG-Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt.

    LiSoG@Work

    Ein weiterer Teil des LiSoG>>Open Source Tages war LiSoG@Work. Darin stellten Silvia Frank und Nico Gulden die Projektergebnisse 2007 vor und gaben Status und Ausblick über die aktuellen Projekte. Insgesamt kann die LiSoG auf sieben Veröffentlichungen 2007 zurück blicken. Im Dezember ist der Abschluss der Task Force OpenITIL mit der achten Veröffentlichung für dieses Jahr geplant. Die Task Force Marketing & Lobbying schließt mit der Broschüre „Open Source - Massanzug für Ihre IT“, „Open Source Referenzlandkarte“ und der „Präsentation Pro & Contra“ ab. Die PDFs stehen zum Download bereit. LiSoG-Mitglieder können eine editierare Versionen des Massanzugs und der Präsentation bei der LiSoG-Geschäftsstelle anfordern. Das Szenario Desktop Management fand seinen Abschluss im Mai zum LinuxTag. Der Anforderungskatalog mit 20 Anforderungskategorien kann Grundlage für eine Evaluationshilfe sein. Im Detail wurden acht Lösungen in Reviews betrachtet. Den Abschluss der beendeten Projekte machte die Task Force Open Competitive Bidding mit der „Whitelist“ als Formulierungshilfe für öffentliche Ausschreibungen zur Berücksichtigung von Open Source bei der Hardware-Beschaffung.

    Den Anfang bei den aktuellen Projekten machte Configuration Management im Rahmen des Szenarios Systems Management. Dazu fand im September ein Workshop statt, dessen Ergebnisse aufbereitet im Januar 2008 veröffentlicht werden. Thomas Wedde von docConsult stellte die Initiative FOLT vor. FOLT setzt sich für die Unterstützung von standardisierten Austauschformaten, nicht-proprietärer Software und die Erprobung neuer Übersetzungstechnologien und -methoden ein. Die LiSoG unterstützt FOLT mit Kontakten aus ihrem Netzwerk und hostet die Online-Umfrage zur Feststellung des Nutzungsverhalten und des Bedarfs bei den Übersetzern. Zum Abschluss stellten Silvia Frank und Jutta Kreyss das Projekt Linux-Benchmarksuite für Desktop-Systeme vor, das Folgeprojekt der Task Force Open Competitive Bidding. Ziel des Projekts ist zunächst die Erstellung der Spezifikation einer Linux-Benchmarksuite für Desktop-Systeme.

    Mitgliederversammlung

    Der Abschluss des LiSoG>>Open Source Tages mündete nach einem Get together in die Mitgliederversammlung. Die Geschäftsstelle legte den Mitgliedern einen umfangreichen Aktivitätsbericht für das Jahr 2007 vor. Der aktualisierte Haushalt 2007 wurde dargelegt und der Haushalt für 2008 wurde von den Mitgliedern genehmigt. Michael Schrenk, Topalis, und Rainer Bessert, Fujitsu Siemens Computers, wurden als neue Kassenprüfer gewählt. Sie lösen Michael Sieger, becom und Guido Markowitsch, WMC IT Solutions, die Kassenprüfer der zurück liegenden zwei Jahre, ab.

    In der Presse


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