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Auftaktveranstaltung Linuxmigration

Nachbericht der Auftaktveranstaltung zu der Workshopreihe LiSoG_HowToDo: Linuxmigration am 11. Juli 2006 in Frankfurt

Unter reger Teilnahme zahlreicher Migrationsexperten und -Interessenten eröffnete die LiSoG mit einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung am 11. Juli 2006 in Frankfurt die Workshopreihe LiSoG_HowToDo: Linuxmigration.

In seiner Keynote „Linuxmigration: realistische Szenarien & mögliche Stolpersteine sowie wirtschaftliche und vertragliche Konsequenzen“  zeigte Peter H. Ganten auf, in welchen Szenarien der Einsatz von Linux mittlerweile  so ausgereift und weit verbreitet ist, dass Linux sich zum „Industriestandard“ mausert. Dies gilt besonders in den Bereichen Inter- & Intranet, Internet-Gateway und Security sowie IP-Management.  Ebenso ausgereifte Linuxlösungen finden sich bei Mail- und Groupwarelösungen und im Desktopbereich, wo durch eine Vielzahl von Produkten und Technologien (bsp. WINE, Vmware, Win4Lin oder XEN) eine einfache Integration von auf Windows basierenden Anwendungen realisiert werden kann. Ebenso ist Linux, laut Herrn Ganten bei Verzeichnisdiensten, besonders erwähnt sei hier OpenLDAP und im Bereich Managementsysteme (bspw. UCS-Managementsysteme) auf dem Vormarsch. Ebenso beleuchtete Herr Ganten Potentiale sowie Risiken von Linux. Das oft vermutete Riskio des Fehlens von verlässlichem Support & Gewährleistung sowie mangelnde Produktpflege wird durch zahlreiche Linux-Distributatoren sowie IT-Dienstleister und IT-Anbieterfirmen aus dem Open Source Umfeld kompensiert. 
Abschließend ging Herr Ganten in seinem Vortarg auf vertragliche und lizenzrechtliche Aspekte für Anwenderunternehmen bei dem Einsatz von Linux- und Open Source-Lösungen ein.

Jan Wender von der Firma science + computing ag legte in seinem Vortrag „Wirtschaftlichkeit und Linuxmigration“  den Schwerpunkt auf Fragen der Kosten einer Linuxmigration. Dabei ging er auf Möglichkeiten der Kosteneinsparung durch den Einsatz von Open Source Lösungen im Vergleich zu proprietären Lösungen genauso ein wie auf mögliche Kostentreiber während Beschaffung, Einführung, Betrieb und Upgrades. Außerdem zeigte Herr Wender direkte und indirekte Kosten im Rahmen eines realistischen TCO auf. Abschließend stellte Herr Wender verschiedene TCO- und Wirtschaftlichkeitsanalysen sowie Werkzeuge zum Thema Wirtschaftlichkeitsberechnung und Migration vor. In diesem Zusammenhang sei besonders auf das „TCO Tool“, entwickelt im Auftrag des Informatikstrategie- organs Bund ISB (Schweiz) – ebenfalls LiSoG-Mitglied – verwiesen. Dieses Open Source – Tool zur Berechnung der TCO, erfasst nicht nur ausgabenwirksamen Kosten, sondern auch Opportunitätskosten und weitere indirekte Kosten.

Auf starkes Interesse stieß auch der Vortrag von Alfred Schröder von der Firma GONICUS zum Thema „Desktop-Migration in der Praxis – Das Beispiel der Stadt München“.  Herr Schröder stellt den Migrations-Prozess angefangen bei der Stadtratsentscheidung zu einer Voruntersuchung bezüglich der prinzipiellen Machbarkeit im Herbst 2001 bis zum Start des Aufbaus des Basisclients im Sommer 2005 und die anschließende, aktuelle Pilotphase vor. Ausschlaggebend für die Entscheidung zu einer Linuxmigration waren einerseits strategisch-politische Überlegungen, denn die Stadt München will Herstellerabhängigkeit und Updatezwang vermeiden. Andererseits sind die mittel- bis langfristigen Kosteneinsparungen entscheidend für die Entscheidung auf Linux zu migrieren. Die Ausgangslage in München war geprägt von einer stark dezentralen IT mit mehreren zuständigen Abteilungen, unterschiedlichen Infrastrukturen und einer breiten Fachanwendungslandschaft. Zudem wurde der Projektverlauf u.a. durch die vorgeschriebenen Ausschreibungsprozesse verzögert. Diese Herausforderungen wurden u.a. durch die konsequente Nutzung der Vorteile Freier Software, wie deren einfache Anpassbarkeit und die Gestaltung der Migrationsplanung in Anlehnung an die Fachanwendungssituation gelöst.
Letztendlich entschied man sich in München für den Einsatz von Debian. Die Software-Verteilung und -Management wird über FAI und GOsa² realisiert. Aktuell sind die Pilotrefereate, nämlich das Direktorium und das Kulturreferat umgestellt, rund 200 Clients mit Debian in Betrieb und eine funktionierende Software-Verteilung und Administrations-Oberfläche wurde realisiert.

Der darauf folgende Vortrag mit dem Titel "Beispielhafte Migrationsprojekte: Datei- und Druckserverumgebungen" von Michael Weisbach von IBM Enterprise Linux Services zeigte die Migration bei Datei- und Druckservern der Stadt Mannheim auf. Wichtig für die Stadt Manheim ist eine sanfte Migration in deren Rahmen eine „Offene Umgebung“ geschaffen wird. Das bedeutet u.a. die Nutzung offener Standards, keine Verzahnung mit Microsofts Active Directory und ein möglichst weiter Einsatz von Open Source Lösungen. Nach der Erstellung des Design und Konzepts im Summer 2004 wurde dann 2005 ein hochverfügbares Cluster implementiert und getestet. Die Domain Controller basieren auf OpenLDAP und Samba3, während die Printservices auf Samba3 und CUPS aufbauen. Langfristig plant die Stadt Mannheim u.a. die Datenmigration, einen Wechsel des File System Layouts und eine neue Zuordnung der ACL (Access Control List)  

Das Vortragsprogramm wurde mit einer Einführung in den Migrationsworkshop bei Delta Lloyd abgeschlossen. In diesem Zusammenhang stellte Matthias Kreft von Delta Lloyd die IT-Strategie des IT-Anwenderunternehmens vor. Im Rahmen des Hard- und Software Lifecycle Management plant Delta Lloyd die schrittweise Umstellung der vorhandenen Microsoft Infrastruktur auf Linux.
In dem ersten eintägigen Workshop am 21. September 2006 in Wiesbaden im Hause Delta Lloyd geht es um einen Umstieg auf das freie Betriebssystem im File- und Printserverbereich.
Abgerundet wurde die Auftaktveranstaltung mit einem Get Together, das zahlreiche Teilnehmer angeregt nutzten, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.

Haben Sie Fragen zum Thema Linuxmigration? Dann treten Sie mit uns in Kontakt!
Entweder per Email an info@lisog.org oder per Telefon: 0711-90715-390


Programm der Auftaktveranstaltung

14:00 Uhr - Begrüßung & Kurzvorstellung der Linux Solutions Group e.V.
LiSoG Geschäftsstelle

14:05 Uhr - Keynote: „Linuxmigration: realistische Szenarien & mögliche Stolpersteine sowie wirtschaftliche und vertragliche Konsequenzen“
Peter H. Ganten, Univention

14:35 Uhr - Vortrag: „Aspekte der Wirschaftlichkeit & TCO-Betrachtungen bei einer Linuxmigration“
Jan Wender, science + computing AG

15:10 Uhr - Vortrag: "Desktop-Migration in der Praxis - das Beispiel der Landeshauptstadt München"
Alfred Schröder, Gonicus

15:45 Uhr - Kaffeepause

16:00 Uhr - Vortrag: "Beispielhafte Migrationsprojekte: Datei- und Druckserverumgebungen"
Michael Weisbach, IT-Services and Solution GmbH

16:40 Uhr - Einführung: "Migrationsworkshop zum Thema Datei- und Druckserver bei Delta Lloyd
Matthias Kreft, Abt. IT-Dienstleistungen, Delta Lloyd & Dr. Jutta Kreyss, Linux Integration Center Europe, IBM

17:15 Uhr - Get Together & Anmeldemöglichkeit für Migrationsseminare


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