Smartphone und Open Source im Außendienst
Ob PDA, Smartphone oder BlackBerry: alle Geräte dieser Gattung sind klein genug für die Jacket- oder Hosentasche. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, die mobilen Alleskönner auf die Reise zu schicken. Im Unternehmenseinsatz entfalten sie gerade erst außerhalb der Geschäftsräume ihr volles Potential. Die kleinen Geräte sind die unsichtbare Nabelschnur zwischen Mitarbeiter und Unternehmen. Denn durch ihren Einsatz ist es möglich, die unterschiedlichsten Geschäftsprozesse aktiv zu unterstützen.
Ein Gewinn von Zeit, Flexibilität und Sicherheit
Die Unterstützung des privaten und beruflichen Alltags durch mobile Lösungen manifestiert sich zunächst ganz offensichtlich durch die zeitsparenden Effekte. Werden im Unternehmen Mobile Solutions eingesetzt, hat dies zum Beispiel für den Mitarbeiter im Außendienst ganz konkrete Vorteile:
- Um einen Termin zu vereinbaren, muss dieser zunächst nicht telefonisch im Unternehmen nachfragen, welcher Zeitpunkt im Kalender sich dazu anbietet - der jeweilige mobile Helfer verfügt über die aktuellen Termindaten.
- Dank der Synchronisation besteht die Möglichkeit, dass auch alle Kontaktdaten wie Telefonnummern und Emailadressen von Kunden oder Kollegen stets auf dem aktuellen Stand sind.
- Des Weiteren ist der Zugriff auf die persönlichen E-Mails auf diese Weise immer möglich, was dem Mitarbeiter ein schnelles Antworten und somit eine flinke Reaktion auf Anfragen oder ähnliches ermöglicht.
Mitarbeiter im Außendienst sind auf diese Weise also deutlich besser als sonst in die bestehende IT-Landschaft des Unternehmens eingebunden - trotz ihres Außendienstes.
Die Anbindung anderer Systeme ist ebenso möglich - die Synchronisation jeglicher Art von Daten ist möglich, womit die Möglichkeiten welche sich durch die mobilen Lösungen auf tun deutlich über Standard-Anwendungen wie Kalender, Aufgaben und E-Mails hinausgehen. Wenn derartige sensible Daten aus der Unternehmenslandschaft gemeinsam mit dem Mitarbeiter hinaus in die Welt reisen, wird die Sicherheit der Daten natürlich ebenso zum wichtigen Faktor.
Der entscheidene Vorteil beim Einsatz von Open Source Software im Bereich Mobile Solutions besteht schlichtweg in der Wahlfreiheit: Je nach Sicherheitsbedarf kann über die Art der Authentifizierungsmechanismen, die Gestaltung der Zugriffe und über die Absicherung der Kommunikationswege (z.B über ein Virtual Private Network) frei entschieden werden. Es besteht keine Abhängigkeit zu einem speziellen Hersteller und die Sicherheitsmechanismen können individuell angepasst werden.
Die enge Bindung an bestimmte Hersteller und die dadurch fehlende Wahlfreihet der Anwender ist nicht der einzige Aspekt der gegen den Einsatz von urheberrechtlich geschützer Software spricht. Für den mobilen Einsatz von Open Source Software wie der Plattform Funambol und dem Protokoll SyncML sprechen mehrere Argumente:
- Der Quellcode der Software kann jederzeit eingesehen werden. So werden mögliche Sicherheitslücken und Fehler schneller entdeckt und somit auch zügiger behoben. Hier gilt das bewährte Prinzip: "Vier Augen sehen mehr als zwei".
- Der offene Quellcode macht es darüber hinaus möglich, eventuell nötige Anpassungen an die unternehmenseigene Systemlandschaft leichter vorzunehmen - ein Vorteil der bei urheberrechtlich geschützer Software oft wegfällt, da der Quellcode und somit nötige Schnittstellen eben nicht offen vorliegen.
- Für Open Source wie Funambol wird keine Lizenz-Gebühr fällig. Trotzdem existiert für Funambol bei Bedarf ein kommerzieller Support, womit einem eventuell vorhandenen Bedarf nach Service und Beratung Rechnung getragen wird.
- Mit dem Einsatz von Open Source profitiert man automatisch von der Stärke der meisten Open Source Projekte: Neue Ideen und Erfindungen entstehen durch die mächtige Gemeinschaft und stoßen Weiterentwicklungen an.
Dem Themenkomplex "Mobile Solutions mit Open Source Software" widmet sich am 25. September 2008 eine Veranstaltung der LiSoG. Inhaltlich geht es ganz konkret um die Anbindung des Funambol-Servers an die beiden Groupware-Lösungen Lotus Notes und Open-Xchange. Ergänzt wird dieser Part durch Berichte aus der Praxis zweier Anwender, nämlich der Stadt Schwäbisch Hall und der Stuttgarter Versicherung. Die Darstellung der technischen Aspekte seitens der Topalis AG runden die Veranstaltung thematisch ab.
Anmeldungen werden bis zum 22. September an info@lisog.org gerne entgegen genommen.
Einsatzfelder für Mobile Solutions:
Generell eignen sich die unterschiedlichsten Tätigkeitsfelder für eine Unterstützung durch mobile Handhelds, Smartphones wie Blackberry und Co. Um die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten dieser Technik zu verdeutlichen, werden einige denkbare Einsatzbeispiele zur Inspiration in einem jeweils kurzen Szenario vorgestellt:
- CRM-System: Der mobile Mitarbeiter kann stets auf die aktuellen Kundeninformationen zugreifen, sodass sich hierdurch die teils umfangreiche Vorbereitung für einen Kundentermin erheblich verkürzen lässt.
- Logistik-System: Der Außendienstmitarbeiter kann bei Bedarf noch während des Gespräches mit dem Kunden einen Auftrag weiterleiten, beispielsweise einen priorisierten Versand der Ware innerhalb einer bestimmten Frist.
- Service und Wartung: Bereits auf seiner Route zu verschiedenen Kunden erhält ein Service-Techniker einen Zwischenauftrag bei einem Kunden, dessen Standort beispielsweise zwischen zwei bereits bestehenden Terminen liegt. So kann im Bedarfsfall die gefahrene Route des Technikers optimal angepasst werden.
- Krankenhaus: Während der Visite erhält der Arzt die gerade fertig gestellten Blutwerte des Patienten aus dem Labor. Das sonst nötige Telefonat entfällt und die Daten können sofort verwendet werden.
Quelle:
Interview mit Michael Schrenk (Topalis AG), 15.07.2008