LiSoG>>News: WollMux in Hamburg gesichtet
Beim LiSoG>>Event: "WollMux" am 24. September 2009 in Hamburg wurden Idee, Nutzung, Architektur und Technik des WollMux, das OpenOffice.org Projekt und seine Verbindung zu StarOffice vorgestellt. Die Teilnehmer erhielten von LiSoG-Mitglied DBI Klarl & Schuler aus München, dem OpenOffice.org Deutschland e.V aus Wiesbaden und StarOffice aus Hamburg einen Überblick über beide Projekte.
WollMux als Organisationswerkzeug
Den Anfang machte Joachim Schuler mit der "Lebensraumbeschreibung" des WollMux. Dabei ging er auf den Initiator und wichtigsten Anwender des WollMux - das LiMux Projekt der Landeshauptstadt München - ein. Das LiMux-Projekt etabliert Open Source Software auf den 14.000 Arbeitsplatzrechnern der kommunalen Mitarbeiter. WollMux ist ein Ergebnis der Umstellung auf OpenOffice.org. Ziele des LiMux-Projekts sind u.a.:
- Größere Unabhängigkeit und somit mehr Entscheidungsfreiheit
- Erhöhung der Chancengleichheit für mehr Wettbewerb im Softwaremarkt
- Mittelfristige Reduzierung der Kosten
In München fiel die Entscheidung für Freie Software, Offene Standards und plattformunabhängige Fachverfahren bei künftigen Beschaffungen. DBI begleitet das LiMux-Projekt in drei Phasen:
- Management der Vorlagenmigration
- Unterstützung interner Migrationen
- Migrationskoordinierung
Mit dem WollMux wurde eine Java-Applikation für Briefköpfe, Formulare, Textbausteine und Verfügungen entwickelt, das unter der European Public License - EUPL - im Web auf http://www.wollmux.org verfügbar ist.
WollMux in der Praxis
Wie der WollMux in "freier Wildbahn" aussieht, zeigte Trainerin Mechthild Wedekind. Sie führte Komponenten wie die zentrale WollMux-Bar und die Verwendung von Vorlagen mit dem WollMux vor. Anschließend erläuterte sie wie vordefinierte Felder im Briefkopf automatisch ausgefüllt werden. Die Demonstration beinhaltete außerdem die Aufbereitung bestehender Vorlagen für die Verwendung mit dem WollMux. Laut Wedekind ergeben sich u.a. folgende Vorteile bei der Verwendung des WollMux:
- Einfache Einbindung von Plugins
- Hohe Flexibilität bei Fragmenten und der Bearbeitung von Rollen
- Individuelle Änderungen
- Zeitersparnis bei Berechnungen, Formatierungen und Befüllung von Feldern
- Konsolidierung von Vorlagen
- Komfortable Seriendruckfunktion
Planung der WollMux Vorlagenmigration
Im abschließenden Vortrag ging Harald Kagerer von DBI auf die Aspekte der Vorlagenmigration und Systemintegration ein. Er gewährte zunächst einen Blick "in die Anatomie" des WollMux und beschrieb die einzelnen Komponenten:
- WollMux.oxt - Extension für OpenOffice.org
- WollMux.conf - Steuerdatei
- Briefkopf- und Organisationsdaten aus dem zentralen LDAP-Verzeichnis
- WollMuxBar
- Vorlagen, Fragmente und zentrale Konfigurationsdaten
Des Weiteren ging er auf die Migrationsstrategie bestehend aus Vision, Bewertung, Taktik und Messgrößen ein. Die Messgrößen zeigten, dass in München 90% aller Writer- und Calc-Vorlagen bei einer maximalen Bearbeitungszeit von zwei Stunden umgestellt werden konnten.
OpenOffice.org - Projekt, Community, Produkt
Jacqueline Rahemipour stellte das OpenOffice.org Projekt mit seiner langen Historie vor, die bis zurück in die 1980er Jahre reicht. Damals begann die Entwicklung von StarWriter bei der Star Devision in Hamburg. Star Devision wurde 1999 von Sun Microsystems gekauft und im Juli 2000 wurde das OpenOffice.org Projekt öffentlich bekannt gegeben. Laut Rahemipour ist das OpenOffice.org Projekt das weltweit größte Open Source Projekt gemessen an der Gesamtzahl der Projektmitarbeiter. Die reine Entwicklungsarbeit wird weiterhin vor allem von Sun vorangetrieben und findet maßgeblich in Hamburg statt. Rahemipour ging auch auf die Organisationsstruktur von OpenOffice.org, die Landesprojekte und Gremien ein. Abschließend zeigte er Möglichkeiten der Mitarbeit auf und warb darum, Teil der OpenOffice.org Community zu werden.
StarOffice/OpenOffice.org Roadmap
Den Abschluß machte Goetz Wohlberg von Sun und stellte die Roadmap von StarOffice und OpenOffice.org vor. Er erläuterte Zusammenhänge und Unterschiede beider Produkte. Nach Wohlberg ist StarOffice die professionelle Distribution von OpenOffice.org. Anwender können sich in der nächsten Version auf antialiased Rendering auf allen Plattformen, verbesserte Performance und optimierte Interoperabilität mit Microsoft Office freuen. Zusätzlich zu den neuen Features sind OpenOffice.org Trainings und Zertifizierung im Angebot, die zum "Sun certified OpenOffice.org Specialist" ausbilden. Neu ist auch der Duden Korrektor für StarOffice. Eine spezielle Version für Recht und Verwaltung beinhaltet juristische Fachwörter, Aktenzeichen und mehr als 12.000 Abkürzungen.
Vorträge
Die Vorträge stehen den Teilnehmer der Veranstaltung und den LiSoG-Mitgliedern auf Anfrage an info@lisog.org zur Verfügung.