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LiSoG>>News: Von Kühlschränken, Heizkörpern und Open Source

Beim LiSoG>>Event: „Wie sich Geschäftsmodelle mit Open Source verändern“ am 16. Juni 2009 in Wien begeisterten Florian Haas, LINBIT, und Thomas Uhl, Vorstand der LiSoG und von Topalis, die ca. 30 Zuhörer mit ihren Vorträgen. Die Inhalte beschäftigten sich z.B. mit Amputat- und Lobotomie-Software, disruptive Open Source und Integralrechnung.

Lobotomie- & Amputatsoftware

Foto: Florian Haas, LINBITDer Verkauf von Kühlschränken an Iglo-Bewohner oder der Verkauf von Heizkörpern an Stahlwerkbetreiber stellt einen Verkäufer vor ähnlich große Herausforderungen, wie der "Verkauf" von frei zugänglicher Open Source Software an Anwender. Mit diesem Vergleich eröffnete Florian Haas, Partnermanagement bei LINBIT seinen Vortrag zum Geschäftsmodell des Open Source Hochverfügbarkeitsspezialisten. Bei "Lobotomiesoftware" ist es dem Kunden ohne die Services des Herstellers nicht möglich, diese zu betreiben. Bei "Amputatsoftware" hingegen hält der Hersteller essentielle Features zurück. Beide Leistungen werden vom Kunden teuer bezahlt. Viele Geschäftsmodelle im Open Source Softwaremarkt verfolgen laut Florian Haas die Ansätze der Lobotomie- oder der Amputatsoftware.

In Bezug auf Open Source Software haben sich drei Prinzipien bei Geschäftsmodellen durchgesetzt:

  • "Versicherungspolice" (Versicherungsschein)
  • "Rolltreppe"
  • "Privathubschrauber"

Foto: PublikumDie "Versicherungspolice" bezeichnet, so Haas, das klassische Service & Support Modell, wie es eine Reihe von Software-Dienstleistern im Open Source Markt verfolgen. Der Kunde kann seinen Dienstleister kontaktieren und die "Versicherungspolice" deckt entsprechende Leistungen für den Kunden ab. Möchte sich ein Kunde mit einer bestimmten Open Source Lösung oder einer Technologie beschäftigen und diese bei sich einführen, so kann er sich das Wissen selbst aufbauen, oder aber Training und Beratung eines Dienstleisters in Anspruch nehmen. Haas nennt dies die "Rolltreppe", da sie den Kunden schneller nach oben und somit ans Ziel bringt. Der dritte Vergleich spricht spezielle Features im Open Source Bereich an, die nur ein kleiner Kundenstamm benötigt und einen überdurchschnittlichen Wert darstellt. Das Bereitstellen dieses Features ist vergleichbar mit einem "Privathubschrauber".

Disruptive Open Source und Integralrechnung

Foto: Thomas Uhl, TopalisThomas Uhl erläuterte in seinem Vortrag Strategien zur Monetarisierung geistigen Eigentums bei Software durch Open Source. Uhl unterstrich seine Aussagen mit dem Forbes Magazine und IDC, wonach Open Source als disruptive, also als auflösend und Unruhe stiftend zu betrachten ist. Die Ziele einer Open Source Strategie lassen sich laut Uhl auf folgende Punkte herunterbrechen:

  • Marketing durch die Open Source Community
  • Weltweite Verbreitung
  • Beiträge von der Open Source Community
  • Recruiting
  • Universeller Escrow
  • Gezielte "Commoditisierung"

Grundlage hierfür ist das geistige Eigentum, das im Europäischen Rechtsraum - anders als in den USA - unveräußerlich ist, und die entsprechende Wahl von Lizenzen bzw. Einräumung von Nutzungsrechten an Software. Ein abschließender Vergleich der Monetarisierungen von Software bei klassischen Software-Lizenzen und dem Open Source Subscriptionsmodell gebrauchte die Integralrechnung. Das Open Source Subscriptionsmodell endet nicht mit dem Wartungsvertrag, sondern mit der Nutzungsdauer. Es weist somit Vorteile gegenüber dem klassischen Modell auf.

Vorträge

Die Vorträge stehen den Teilnehmer der Veranstaltung und den LiSoG-Mitgliedern auf Anfrage an info@lisog.org zur Verfügung.


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