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LiSoG>>Open Source Tag 2009: „Integrating Open Source and Proprietary Software“

Am 3. November 2009 fand der 5. LiSoG Open Source Tag im Literaturhaus in Stuttgart statt. Unter dem Motto „Integrating Open Source and Proprietary Software“ erwartete die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm und reichlich Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.

Open Source und der Public Sector – Gemeinsam in die Zukunft

Open Source Tag SchuhmannReinhard Schuhmann, Director Business Development bei der Ingres Germany GmbH und Burkhard Gemke, Program Manager der Linux Kommunale, eröffneten den Open Source Tag mit der Keynote „Open Source und der Public Sector – Gemeinsam in die Zukunft“. Schuhmann wies dabei in seinem Vortrag auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung hin, die in Zukunft verstärkt auf Open-Source-Software und Offene Standards setzen möchte. Laut einer Studie von IDC beläuft sich der Umfang der IT der öffentlichen Verwaltung 2012 auf über acht Milliarden Euro. Schuhmann belegt mit zahlreichen Studien, warum der Public Sector für Open Source relevant sei. Mit vier Prozent und einem Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro sei er der am schnellsten wachsende IT-Markt in Deutschland. Die EU und Gartner prognostizierten, dass 2012 rund 80 Prozent aller kommerzieller Software Open-Source-Technologien enthalten wird.

Schuhmann betonte, dass die Partner- und Verbandslandschaft sich zunehmend konsolidiere, da Einnahmen wegfallen. Ingres setze sich deshalb dafür ein, dass die Linux Kommunale, die 2004 als Initiative für mehr Open Source in der öffentlichen Verwaltung von Novell und HP gegründet wurde, Bestandteil der LiSoG werde. Die Themen Linux und Kommune können nicht länger isoliert betrachtet werden.

Open Source Tag GemkeBurkhard Gemke stellte die Arbeit der Linux Kommunale vor. Kern der Arbeit bei der Linux Kommunale war die Online- und Messepräsenz. Ingres trat der Initiative 2007 bei und ist nach dem Rückzug von Novell und HP einzig verbliebener Sponsor. Burkhard Gemke unterstützt die Bemühungen zur Integration der Linux Kommunale in die LiSoG.





Zehn goldene Regeln im Umgang mit dem Public Sector

Open Source Tag GantenPeter Ganten, Geschäftsführer der Univention GmbH, gab Einblicke in seine Erfahrungen mit Kunden aus dem Public Sector. Herausgegriffen seien drei der zehn Regeln. Regel 2 lautet „Menschen kaufen von Menschen“. Laut Ganten stehe vor jedem Projekt das Interesse an einer Sache und das Bedürfnis nach Verbesserung. Persönlicher Kontakt helfe bei der Erzeugung von Interesse und Bedürfnissen und ist für Vertrauen unverzichtbar. Unterstrichen wird diese Regel durch den Aspekt der Regionalität, die laut Ganten ein schwer auszugleichender Standortvorteil sei.

Regel 4 besagt „Ein guter Geist in jedem Amt“. Peter Ganten gibt zu bedenken, dass es ein menschliches Grundbedürfnis sei, etwas Richtiges, Gutes und Sinnvolles zu tun. Die dauerhafte Einschränkung dieses Bedürfnisses führt zu Resignation und Frustration. Dennoch gebe es in jeder Behörde Menschen mit hoher Verantwortlichkeit und hohem Engagement. Peter Ganten empfiehlt, diese Menschen zu finden und sie zu unterstützen.

Regel 7: Ausschreibungen sind teuer, und zwar für beide Seiten. Ganten stellt fest, dass sich die Teilnahme an einer Ausschreibung nur dann lohne, wenn eine realistische Chance auf den Zuschlag besteht. Das erfordert, sich selbst und den Kunden zu kennen und alle Informationen aufmerksam zu lesen. Das Stellen von Fragen ist hilfreich und dient dazu, die Bedürfnislage des Kunden zu verstehen und ein passendes Angebot zu erstellen.

Peter Ganten nannte Beispiele von erfolgreich umgesetzten Open-Source-Projekten wie das beim Kanton Solothurn oder im Landkreis Friesland.

Lösungen aus einem Guss – Open Source Cloud Stack

Open Source Tag UhlThomas Uhls Vortrag zum Open Source Cloud Stack zeigte die Verbindung von Open-Source-Software und Cloud Computing. Der Zuhörer erfuhr zunächst von den unterschiedlichen Klassifizierungen wie Public, Private und Hybrid Cloud, den verschiedenen Ebenen wie Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) und von wichtigen Merkmalen des Cloud Computing.

Die Herausforderungen beim Cloud Computing liegen laut Uhl bei der Sicherheit und dem Datenschutz, den Preismodellen, der Marktkonsolidierung und den neuen Formen der Abhängigkeit. Lösungsansätze bieten Offene Standards für Programmierschnittstellen und ein Open Source Cloud Stack, um den Vendor Lock-in zu vermeiden. Eine Initiative, die diesen Herausforderungen begegnet, ist die Open Cloud Initiative, gegründet von dem Australier Sam Johnston. Sie definiert zunächst die Open Cloud Principles wie Open APIs, Open Formats, Open Source und Open Data und den Begriff Open Standards. Laut Uhl gilt ein Standard erst dann als offen, wenn eine Open-Source-Referenzimplementierung dieses Standards existiert.

Als Vorstand der LiSoG setzt sich Thomas Uhl für die Zusammenstellung eines kompletten Open Source Referenz Stacks ein.

Suchen Sie noch oder arbeiten Sie schon?

Open Source Tag MarquartReiner Marquart, Geschäftsführer der CDE Management GmbH zeigte in seinem Vortrag eindrucksvoll auf, welche Mengen an Informationen in Unternehmen erzeugt werden, unbewertet auf Dateiservern liegt und welche Pflichten nach GDPdU zu erfüllen sind. Laut Marquart wachsen digitale Datenmengen jährlich um 57 Prozent. 2006 entstand nach Schätzungen von IDC ein digitales Datenvolumen von 161 Exabyte. Die Flut an Informationen bremst das Produktivitätswachstum in den Firmen. Während laut Marquart die Industrieproduktivität zwischen 2000 und 2007 um 31 Prozent stieg, erhöhte sich die Büro- bzw. Verwaltungsproduktivität nur um sieben Prozent. 2,44 Stunden werden wöchentlich mit der Suche nach Dokumenten verbracht. Bei 100 Mitarbeitern und einem durchschnittlichen Stundenlohn von 29,10 Euro kostet diese Suchzeit 362.120,40 Euro pro Jahr.

Die GDPdU beschreibt die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen. Unternehmen dürfen zunehmend ihre Unterlagen nur noch digital der Prüfung vorlegen. Abhilfe schaffen die Überprüfung der Prozesse auf GDPdU-Compliance und der Einsatz eines Dokumentenmanagementsystems (DMS). Marquart nannte in seinem Beispiel die Lösung eines jungen LiSoG Mitgliedsunternehmens: agorum core von agorum. Es führt Dokumente jeglicher Art einem automatischen Ablauf zu und gewährt den Prüfern Zugriff nach den Richtlinien der GDPdU.

Vorträge

Die Vorträge stehen den Teilnehmer der Veranstaltung und den LiSoG-Mitgliedern auf Anfrage an info@lisog.org zur Verfügung.


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