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"The New Economics of IT" - So geht's mit Open Source Software

Open Source-Software stellt eine willkommene Alternative zu proprietärer Software dar. Vor allem solange ein durch die Rezession bedingter Druck besteht. Hinzu kommt die Notwendigkeit, in immer kürzerer Zeit mit weniger Mitteln mehr zu leisten. Die Teilnehmer beim LiSoG>>Event "The New Economics of IT" am 14. Oktober 2009 in Stuttgart erfuhren z.B. wie Ingres zum weltweit zweitgrößten Open Source-Anbieter wurde und welche Geschäftsmodelle es im Open Source-Bereich überhaupt gibt.

The New Economics of IT

Foto: Reinhard Schuhmann, IngresReinhard Schuhmann von Ingres startete seinen Vortrag „The New Economics of IT – wie Kunden mit Open source IT-Budgets optimieren und die Kontrolle über ihre Kosten zurückgewinnen“ mit der Frage einer aktuellen IBM-Kundeneinladung: „Kann IT mehr leisten, und gleichzeitig weniger kosten?“. Er antwortete darauf kurz mit Ja. Open Source Software sei reif für den Unternehmenseinsatz und mittlerweile fester Bestandteil der IT-Landschaft. Schuhmann nennt bekannte Beispiele wie Google, facebook, YouTube, skype oder ebay, die in unterschiedlichen Bereichen auf Open Source Software vertrauen.

Die derzeitige Marktsituation stellte Schuhmann so dar: Nach dem letzten Boom seien Budget Cuts an der Tagesordnung. Neue Projekte würden nicht begonnen und bestehende abgebrochen. Fixkosten ließen sich nur schwer reduzieren. Ein großer Kostenpunkt seien klassische Software-Lizenzen und ihre versteckten Kosten. Open Source Software-Anbieter offerierten ein flexibles Modell auf Basis von Subskriptionen, die eine Art "Versicherungspolice" darstellen und je nach Nutzung angepasst werden könnten. Reinhard Schuhmann betonte, dass es zu jedem proprietären Lizenzangebot ein leistungsfähiges Open Source Angebot mit garantiertem Support gäbe.

Open Source Geschäftsmodelle

Foto: Dominik Sommer, Topalis AGDominik Sommer von der Topalis AG nahm den Ball auf und führte die Teilnehmer in die Welt der Open Source Geschäftsmodelle ein. Er erläuterte Strategien zur Monetarisierung geistigen Eigentums bei Software durch Open Source. Die Ziele einer Open Source Strategie lassen sich laut Sommer auf folgende Punkte herunterbrechen:

  • Marketing durch die Open Source Community
  • Weltweite Verbreitung
  • Beiträge von der Open Source Community
  • Recruiting
  • Universeller Escrow
  • Gezielte "Commoditisierung"

Grundlage hierfür sei das geistige Eigentum, das im Europäischen Rechtsraum - anders als in den USA - unveräußerlich ist, und die entsprechende Wahl von Lizenzen bzw. Einräumung von Nutzungsrechten an Software. Ein abschließender Vergleich der Monetarisierungen von Software bei klassischen Software-Lizenzen und dem Open Source Subscriptionsmodell gebrauche die Integralrechnung. Das Open Source Subscriptionsmodell endet nicht mit dem Wartungsvertrag, sondern mit der Nutzungsdauer. Es weise somit Vorteile gegenüber dem klassischen Modell auf.

Wilken OSBL und Ingres

Foto: Holger Engels, WilkenIn seinem abschließenden Vortrag zeigte Holger Engels von Wilken die Umsetzung eines Open Source Geschäftsmodells anhand der Open Source Business Library, kurz OSBL. Die OSBL integriere mehrere Open Source Komponenten der Java-Welt zu einem Software-Stack für datenbank- und prozessorientierte Webanwendungen. Die unter AGPL lizenzierte Plattform ermögliche die modulare Realisierung von Webanwendungen. Das Geschäftsmodell basiere auf einer Supportstruktur in der Art der "Versicherungspolice". Zahlreiche Anwendungen nutzen bereits die OSBL. Es gäbe Open Source Produkte von Wilken in den Bereichen Inventarisierung und Beschaffung. Die Community erschuf die Publikationsplattform SCOPE und den Process Forge Vector. Wilken selbst biete eigene Produkte für E-Procurement und E-Marketing, die auf der OSBL aufbauen. Das duale Lizenzmodell und ein Contributor Agreement ermöglichen dieses Geschäftsmodell.

Vorträge

Die Vorträge stehen den Teilnehmer der Veranstaltung und den LiSoG-Mitgliedern auf Anfrage an info@lisog.org zur Verfügung.


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