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LiSoG_Bounty Programm

Das LiSoG>>Bounty Programm möchte, anlehnend an den Google Summer of Code, Open Source Software Projekte gezielt fördern, indem sie zwischen Unternehmen mit Feature-Anfragen und Open Source Entwicklern vermittelt. Auf diesem Wege können gewünschte Features Einzug in die Code-Basis der jeweiligen Projekte halten, die dadurch einen Entwicklungsschub erfahren.

Open Source Software findet zunehmend Einzug in verschiedene Unternehmensbereiche. Sei es Content Management zur Pflege der Unternehmenswebsite, Infrastruktur, Datei- und Druckdienste oder sogar der Desktop. Der Gartner Hype Cycle Open Source 2005 unterteilt Open Source Software in verschiedene Reifegrade und macht Aussagen über die Sichtbarkeit dieser Themen. Diese Aufteilung macht deutlich, dass Open Source Infrastruktursoftware das "Plateau der Produktivität" erreicht hat, wohingegen Anwendungen für den Öffentlichen Bereich noch ganz am Anfang stehen.

Beispiel: Blender

Das Projekt Blender zeigt beispielhaft eine Entwicklung auf, wie sie ähnlich auch bei anderen Projekten stattgefunden hat oder auch stattfinden könnte und ist ein Beweis für die "Dynamik freier Softwareprojekte" (Linux-Magazin 10/06). Feature-Anfragen der Filmemacher des Projektes "Elephants Dream" wurden in die Software integriert und brachten das Filmprojekt zum Erfolg und Blender bekam im Jahr 2005 einen enormen Entwicklungsschub. Es entstanden Vorteile für beide Seiten: Elephants Dream wurde ein Vorzeigeprojekt unter einer freien Lizenz und der Verwendung von fast ausschließlich Freier Software und der Reife- und Bekanntheitsgrad von Blender stiegen weiter.

Beispiel: Samba4WINS

Eine ähnliche Entwicklung durch Feature-Anfragen machte das Samba-Projekt mit Samba4WINS durch. Bei einem Migrationsprojekt beim Deutschen Bundestag wurde festgestellt, dass Samba der replizierende WINS fehlt. Auf Initiative von SerNet wurde mit der Unterstützung von Fujitsu Siemens Computers, Computacenter und der LiSoG das Projekt Samba4WINS geschaffen und ein wichtiger Knackpunkt im Migrationsprojekt beseitigt. Auch hier entstanden Vorteile für beide Seiten: Die dynamische Auflösung von Rechnernamen in einem Windowsnetzwerk ist beim Deutschen Bundestag mit Samba realisiert und durch Samba4WINS ist Samba selbst um einen eigenständigen Dienst auf dem Weg zu Samba4 reicher geworden.

Diese Projekte machen deutlich, dass die Eingliederung von bestimmten Features in Open Source-Softwareprojekte möglich ist und sie somit vorangetrieben werden können. Sie zeigen außerdem anhand von Samba4WINS auf, dass es oft eine Frage der Ressource und somit nicht weniger häufig eine Frage des Geldes ist. Die Quelloffenheit von Open Source Software ermöglicht die Entwicklung von spezifischen Features durch jedermann.

Hier setzt das LiSoG_Bounty Programm an. Durch das Verbinden von Know-How, Ressourcen und Geld sollen Open Source Projekte gezielt gefördert werden, um sie weiter reifen zu lassen, so dass sie das Plateau der Produktivität schneller erreichen können. Ziel der Förderung ist die Integration der neuen Features in die jeweilige Code-Basis der Open Source Software Projekte. Hierbei sollen stets Vorteile für beide Seiten erreicht werden. Mit dem gewünschten Feature kann der Förderer Open Source Software und die damit verbundenen Vorteile einsetzen und durch die Förderung erreicht ein Open Source Software Projekt einen Entwicklungsschub.

Werden Firmen gefragt, warum sie Open Source Software noch nicht einsetzen, so geben sie häufig fehlende Features an. Die Bereitschaft für den Einsatz der Software ist dennoch vorhanden. Zu beobachten ist die Nachfrage nach bestimmten Features, die für Unternehmen wichtig sind. Doch ein Großteil von Unternehmen verfügt selten über das Know-How, um die Features hinzuzufügen. Oder andere Hürden hindern sie daran, die Features dem Projekt zuzuführen. Durch die gezielte Entwicklung außerhalb des Unternehmens und innerhalb des Projektes werden beide Probleme umgangen. Hinzu kommt der zeitkritische Faktor, so dass sich eine Entwicklung mit gezieltem Sponsoring beschleunigen lässt. Google und Novell haben es mit ihren Bounties vorgemacht. Warum sollte es nicht machbar sein, Features gezielt entwickeln zu lassen, das Know-How der Community zu nutzen und damit Open Source Softwareprojekte voranzubringen? Einen Versuch dieser Art möchte die LiSoG starten und tritt hierbei als Vermittler auf. Eine Vereinbarung entsteht zwischen dem Bounty-Geber und dem Bounty-Nehmer.

Cofundos

Cofundos ist eine Plattform im Sinne der LiSoG Bounty-Idee. Das Projekt wurde von der Forschungsgruppe Agile Knowledge Engineering and Semantic Web (AKSW) der Abteilung Betriebliche Informationssysteme am Institut für Informatik der Universität Leipzig gestartet und ging im Oktober 2007 online. Ideen für Features in Open Source werden hier gesammelt und Anwender können monetäre Gebote abgeben. Bietet eine Reihe von Interessenten, so wächst der Topf der Gebote. Entwickler können sich auf diesen Topf bewerben und die Bieter entscheiden sich für einen Entwickler. Die Bieter entscheiden über den Erfolg der Umsetzung und der Entwickler bekommt die zugesagte Summe.

Cofundos macht den gesamten Prozess transparent und ermöglicht die gezielte Entwicklungsförderung von Open Source Software durch Finanzmittel.

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