LiSoG Jahresrückblick 2007
Mit 2007 geht ein erfolgreiches Jahr für die Linux Solutions Group e.V. zu Ende. Die LiSoG kann auf zahlreiche Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurückblicken. Auch viele Projekte, Task Forces und Szenarien konnte die LiSoG erfolgreich abschließen. Der Einsatz wurde mit 17 neuen Mitgliedern, davon allein 9 IT-Anwender, belohnt. 84% der zu ihrer Zufriedenheit befragten Mitglieder würden die LiSoG, ihre Veranstaltungen und ihre Aktivitäten weiterempfehlen. Über 4.500 mal wurden die Veröffentlichungen der LiSoG heruntergeladen, und durchschnittlich 5.250 Besuche lockte die LiSoG-Webseite monatlich an. Die Zahl der Abonnenten des LiSoG-Newsletter erhöhte sich innerhalb des letzten Jahres um 90% auf 918 Leser.
Projekte der LiSoG in 2007
Über das Jahr 2007 konnte die LiSoG zahlreiche Projekte erfolgreich beenden. Ziel der von Mitgliedern getriebenen Projekte zu Networking und Erfahrungsaustausch war es, Strategien aus dem Open Source Business zu erarbeiten, um sie die Verbreitung und das Vertrauen in Lösungen auf Open Source Basis zu erhöhen.
Task Force „Marketing & Lobbying von Linux“
Besonders umfangreich waren die Ergebnisse der Task Force "Marketing und Lobbying von Linux". Ziel der Task Force war die Erarbeitung adäquater Strategien, um vorhandene Bedenken im Bereich Open Source Software auszuräumen. Federführend im Projekt war Henriette Baumann, die auch das Schweizer LiSoG-Kontaktbüro leitet. Den ersten Meilenstein hierfür schaffte die im März veröffentlichte Referenzlandkarte, die Anwendern einen Überblick gibt, welche Open Source Anwendungen verfügbar sind, wo diese bereits verwendet werden und wer dafür Support leistet.
Rechtzeitig zum LinuxTag im Mai wurde die Basispräsentation "Pro & Contra Open Source Software" veröffentlicht. Sie dient als Argumentationshilfe für Unternehmen, die Open Source Software anbieten.
Letzter Bestandteil der Projektergebnisse ist die Broschüre "Open Source: Der Maßanzug für Ihre IT". In Kooperation mit den Wiener Open Source Experts und Angelika Gößler vom LiSoG-Kontaktbüro Wien wurde die Broschüre entwickelt, mit der Anbieter von Open Source Lösungen potenzielle Kunden informieren können, welche Vorteile der Einsatz von Open Source Software bringt.
Task Force „Open Competitive Bidding“
Die Task Force "Open Competitive Bidding" befasste sich mit der Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für produkt- und herstellerneutrale Hard- und Softwareausschreibungen, die beispielsweise in öffentlichen Verwaltungen gefordert werden. Ziel der Task Force war es, eine offene Strategie in Richtung Linux und Open Source Software zu ermöglichen. Die sogenannte "Whitelist", eine Formulierungshilfe für öffentliche Ausschreibungen, wurde im April veröffentlicht. Insbesondere Rüdiger Czieschla von der Stadt Freiburg und Thomas Winkelbauer vom Bayrischen Landesamt für Statistik trieben das Projekt voran.
LiSoG Kooperationsprojekt „Open Source-basierter Desktop Benchmark“
Aus dem Projekt "Open Competitive Bidding" ist das LiSoG Kooperationsprojekt "Open Source-basierter Desktop Benchmark" hervorgegangen, das die Initiierung für die Entwicklung einer Open Source-basierten Benchmarksuite für Desktop-Systeme zum Ziel hat. In einem ersten Arbeitstreffen wurden hier bereits Schritte für typische Arbeitsabläufe und Anforderungen an Open Source Applikationen definiert, auf denen aufbauend eine Software zum Performance-Testing von Linux und Open Source Desktop-Systemen entwickelt werden soll. Neben den Projektbeteiligten der Task Force Open Competitive Bidding sind Firmen wie IBM, AMD, Red Hat und Sun Microsystems aktiv involviert, und zahlreiche öffentliche Einrichtungen unterstützen das Kooperationsprojekt.
Szenario „Desktop Management“
Die Erstellung einer Marktübersicht linuxbasierter Desktop Management-Lösungen und den Review ausgewählter Lösungen hatte sich das Szenario Desktop Management zur Aufgabe gemacht. Das Szenario befasst sich mit Benutzerverwaltung, Software-Management und Objekt-Management von Desktop-Umgebungen. Pünktlich zum LinuxTag veröffentlichte die LiSoG unter Mitarbeit von Rainer Bessert, Fujitsu Siemens Computers, und Thomas Winkelbauer, Bayrisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, das Ergebnis "Desktop Management von Linux-Clients". Hier werden ausgewählte Desktop Management Systeme anhand eines vorher erarbeiteten Anforderungskataloges getestet und einander gegenübergestellt. Veröffentlichungen im T3N-Magazin und in der Computerwoche befassten sich mit der Thematik und den Ergebnissen des Szenarios.
Task Force „OpenITIL“
Die LiSoG Task Force OpenITIL wurde im Dezember 2005 gegründet und adressiert das Problem, dass Open Source-Software in ITIL-lastigen Ausschreibung oft das Nachsehen hat. Ziel ist die Betrachtung von Open Source und linuxbasierter Software auf ihre Praxistauglichkeit für IT Service Management nach ITIL. Ein Fragenkatalog für Evaluierung und Marktübersicht der Software für Incident und Problem Management als Evaluationshilfe wurde im Dezember veröffentlicht. Das Projektergebnis entstand unter Mitwirung von Josef Salletmayer vom Salzburger LiSoG-Mitglied aicooma, Manfred Brandstätter von der Fachhochschule Salzburg, Lothar Buhl von Masters Consulting und Uwe Danzeglocke, Steinmayer Net Intelligence.
FOLT – Forum Open Language Tools
Auch zahlreiche neue Projekte hatten 2007 ihren Startschuss. Neben dem bereits erwähnten Kooperationsprojekt zur Entwicklung eines Open Source-basierten Desktop Benchmarks unterstützt die LiSoG das Forum Open Language Tools (FOLT) bei der Initiierung eines Translation Memory Open Source Systems. FOLT ist ein Zusammenschluss von Dienstleitungsunternehmen aus der Fachübersetzungsbranche und setzt sich für die Unterstützung von standardisierten Austauschformaten, nicht-proprietärer Software und die Erprobung neuer Übersetzungstechnologien und -methoden ein. Momentan evaluiert das Projekt die Erfahrungen und Nutzungsgewohnheiten von Anwender von Translation Memory Systemen anhand einer Online-Umfrage.
Digitaler Tachograph
Ebenfalls aktiv ist die LiSoG im Kooperationsprojekt Digitaler Tachograph, das die Gründung eines Konsortium zur Finanzierung, Entwicklung und Pflege einer plattformunabhänigen Software für den digitalen Fahrtenschreiber zum Ziel hat. Ein erstes Projektergebnis ist eine Diplomarbeit zur Implementierung des Formatwandlers für Fahrerkarten inklusive Sourcecode, der auf der Projektwebseite zum Download bereitsteht.
Aktivitäten der LiSoG
Doch nicht nur in der Projektarbeit konnte die LiSoG im vergangenen Jahr punkten. Über 400 Personen nahmen an den Veranstaltungen der LiSoG teil. Höhepunkt hierbei war der jährlich stattfindende Open Source Tag. Im Rahmen der Jahresversanstaltung erhielten die Teilnehmer Einblicke in Ergebnisse und aktuelle Projekte der LiSoG. Unter dem Motto "Let's go Open Source! Erfolgsstrategien in Unternehmen und Verwaltung" sprachen namhafte Referenten über die Innovationskraft und den Wandel in der unternehmerischen Denkkultur, den Open Source Software schafft.
LiSoG Open Source Tag
Mit von der Partie beim Fachforum war Prof. Mark Cassell von der Kent State University, Ohio, USA, der sich in einer Studie mit der Frage befasste, wie die Einführung von Freier Software in öffentlichen Organisationen die Innovation dort fördert. Erwin Tenhumberg von Sun Microsystems sprach über die Entscheidung von Sun, Java unter GPL zu stellen, welche Schritte seither unternommen und welche Ziele mit dieser Strategie verfolgt wurden. Einen nicht unwesentlichen Beitrag zu den geringen Pro-Kopf-Ausgaben für Informationstechnik beim Auswärtigen Amt leistet laut Torsten Werner vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland der Einsatz von Open Source Software. Urheberrechtsanwalt Ulrich Möller berichtete über die Entscheidung der Firma Innotek, ihre Virtualisierungssoftware Virtual Box unter GPL zu stellen. In weiteren Veranstaltungen konnten Interessierte sich zudem über die erfolgreiche Projektarbeit der LiSoG informieren und ihre Ideen hierfür einbringen.
Artikel zu den einzelnen Programmpunkten sind auf im Online-Angebot des Linux-Magazins zu finden:
- Open-Source-Tag der Lisog: Warum deutsche Behörden migrieren (zum Vortrag von Prof. Mark Cassell)
- Open-Source-Tag der Lisog: Benefits für die Benutzer schaffen! (zum Vortrag von Thorsten Werner)
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Open-Source-Tag der Lisog: Macht die Community glücklich! (zum Vortrag von Ulrich Möller)
Networking
Auch Networking kam im vergangenen Jahr in der LiSoG nicht zu kurz. Bei LiSoG@night, dem Networking-Event am Rande des LinuxTages in Berlin, traf die LiSoG auf bekannte Gesichter und konnte neue Kontakte knüpfen und ihr Netzwerk vergrößern. Der Open Source Cocktail auf der OpenExpo, dessen „Quellcode“, also sein Rezept, die Gäste zum selbstkompilieren erhalten konnten, diente neben den Vorträgen von Nico Gulden, technischer Leiter der LiSoG, zu Desktop Management mit Linux und Dr. Karl-Heinz Strassemeyer, dem Vorsitzenden der LiSoG, mit dem Titel "Open Source and Innovation" als Anknüfpungspunkt für Gespräche und zahlreiche neue Kontakte im Schweizer Open Source Umfeld.
LiSoG>>Webseminar
Ein neues Format wurde den LiSoG-Veranstaltungen 2007 hinzugefügt: Am 27. September 2007 lud die LiSoG das erste Mal zu einem Webseminar ein. Die Teilnehmer konnten vom eigenen PC aus teilnehmen und so den Ausführungen der Referentin Cordula Niklaus folgen. Die Züricher Rechtsanwältin referierte zu den rechtlichen Grundlagen und Fallstricken der wohl bekanntesten Open Source Lizenz GPL. Die daraus resultierende Diskussion der fast 40 Teilnehmer zeigte ein tiefergehendes Interesse an der Materie, die in einem weiterführenden Webseminar zu abgeleiteten Lizenzen zwei Monate später für 33 Personen vertieft wurde.
Members & Products
Auch die Vorstellung von besonders interessanten linuxbasierten Lösungen, die bei Kunden von LiSoG-Mitgliedern im Einsatz ist, kam in der Veranstaltungsreihe "Members & Products" nicht zu kurz: Beim Amt für Informatik des Kantons Solothurn in der Schweiz präsentierte Sven Leser von SyGroup gemeinsam mit anderen Unternehmen zum ersten Mal der Öffentlichkeit den Umstieg der gesamten Infrastuktur des Amtes auf Linux und Open Source Software.
Auch die Vermittlung von technischem Hintergrundwissen fand im letztjährigen Programm der LiSoG Platz. So konnten sich die Teilnehmer des Hands On-Workshops zu Virtualisierung und Hochverfügbarkeit im Detail erklären lassen, wie sich die Ausfallsicherheit von Infrastrukturen durch Hochverfügbarkeitslösungen und Virtualisierung verbessern lässt.
In Kooperation mit der IHK Stuttgart fand im Juni eine eintägige Vortragsveranstaltung statt, in der Referenten aus dem LiSoG-Netzwerk wie Thomas Uhl von der Topalis AG, Sven Leser der Schweizer SyGroup, und Roman Hoffmann von Wilken rund 50 Teilnehmern die Grundlagen für eine erfolgreiche Linux-Migration in Unternehmen vermittelten. Ebenfalls als Referent gewonnen werden konnte Jochen Günther vom Fraunhofer IAO, der die Resultate seiner Studie „Open Source – Strohfeuer oder Strukturwandel?“ vorstellte, die die Vorteile von Open Source in IT-Unternehmen belegt.
Beim CRM-Pitch im Juli wurden die CRM-Systeme XRMS-CRM, Sugar CRM und vtiger CRM vorgestellt und konnten so in einer anschließenden Diskussionsrunde miteinander verglichen werden.
Kooperationen
Auch was die Vernetzung der LiSoG mit anderen Organisationen im deutschsprachigen Raum angeht, war 2007 ein erfolgreiches Jahr. Mit verschiedenen Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten enge Kontakte geknüpft werden, und neue Pressepartnerschaften erhöhen die Öffentlichkeitswirkung der Linux Solutions Group.
Durch eine Kooperation mit /ch/open, dem Schweizer Verein zur Förderung der Verwendung von freien und offenen Systemen und Standards, konnte die LiSoG ihr länderübergreifendes Profil ausweiten. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Schweizer Verein präsentierte sich die LiSoG auf der Schweizer Open Source Messe OpenExpo mit einem Stand, zwei Vorträgen und dem Open Source Cocktail. Auch in diesem Jahr wird sich die LiSoG wieder mit dem Open Source Cocktail präsentieren, diesmal in Bern am Stand der /ch/open.
Neben der Kooperation mit der Schweizer Organisation /ch/open fand die LiSoG auch in Österreich neue Kooperationspartner. So wurde die Zusammenarbeit mit der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) vereinbart, deren Ziel die Förderung der Informationstechnologie ist.
Bei ihrer Jahresveranstaltung, dem Open Source Tag im November, gab die LiSoG außerdem ihre Mitgliedschaft in der ODF Allianz bekannt. Mit der Mitgliedschaft bezieht die LiSoG in der Frage der Office-Dokumentenformate zu Gunsten von ODF Stellung. Getreu dem LiSoG-Motto „Open Source basierte Lösungen fördern!“ ermöglicht das OpenDocument Format (ODF) dem Anwender die freie Wahl der Applikation zur Bearbeitung seiner Office-Daten.
Nicht nur mit anderen Vereinen, auch in der Presse konnte die LiSoG neue Partner finden. Durch eine Pressepartnerschaften mit dem Schweizer Nachrichtenportal inside-IT ist es der LiSoG möglich, zeitnah über aktuelle Projektergebnisse und Aktivitäten Bericht zu erstatten.
Auch mit der Linux New Media AG, dem Herausgeber mehrerer Fachzeitschriften wie dem Linux-Magazin, stellte die Linux Solutions Group einen engeren Kontakt her. So konnte Markus Feilner, Redakteur des Linux-Magazins, als Moderator für den Open Source Tag gewonnen werden und berichtete auch in mehreren Artikeln über die Veranstaltung.